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	<title>pH~neutral.net &#187; Geschichten</title>
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	<description>Meine neutrale Sicht der Dinge.</description>
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		<title>Rückfällig</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 21:59:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>»Wie absurd wäre es, nachdem man einmal durch die Zukunft der gesamten Menschheit und wieder zurück gereist ist, bei seiner verlorenen Liebe im strömenden Regen vor der Tür zu stehen?«</p>
<p>»Und doch bist Du hier.«</p>
<p>»Ja.«</p>
<p>»Dann komm erstmal rein. Ich mach uns &#8216;nen Kaffee.«</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>»Wie absurd wäre es, nachdem man einmal durch die Zukunft der gesamten Menschheit und wieder zurück gereist ist, bei seiner verlorenen Liebe im strömenden Regen vor der Tür zu stehen?«</p>
<p>»Und doch bist Du hier.«</p>
<p>»Ja.«</p>
<p>»Dann komm erstmal rein. Ich mach uns &#8216;nen Kaffee.«</p></blockquote>
 <p><a href="http://www.ph-neutral.net/?flattrss_redirect&amp;id=2202&amp;md5=a2cbf9e46b9f51a321e4c06534f9f7d7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ph-neutral.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Archivar</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 14:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Archivar ungezählter Gedanken. Die der Anwesenden an ihn werden gleich verblichen sein. * So wie seine Gestalt im Nebel auf dem Bahnsteig. Was tat er überhaupt hier? Er muss nicht im kalten Neonlicht auf Schienen reisen. Befremdlich. Die Abscheu steht ihm ins hagere Gesicht. Geschriebene Erinnerungen züchten sie im  &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Archivar ungezählter Gedanken. Die der Anwesenden an ihn werden gleich verblichen sein. * So wie seine Gestalt im Nebel auf dem Bahnsteig. Was tat er überhaupt hier? Er muss nicht im kalten Neonlicht auf Schienen reisen. Befremdlich. Die Abscheu steht ihm ins hagere Gesicht. Geschriebene Erinnerungen züchten sie im Auftrag des Archivs. Doch es ist zu spät oder früh, je nachdem von welcher Seite man kommt: Auf dem Weg vom Nachtleben in das heimische Delirium oder noch schlafend auf dem Weg zum Arbeitsplatz. Wie auch immer: die Anwesenden sind träge und er sollte nicht Teil ihrer Denkmuster sein. Nur ein stiller Beobachter, der in den Aufzeichnungen nicht auftaucht. Ein ungesehener Gast. Mit einer nervösen Handbewegung dreht er den Kopf zur Seite und streicht das fettige Haar glatt. Graublond — natürlich. Er muss hier verschwinden. Langsam ohne großes Gebaren. Möglichst unauffällig erhebt er sich von seinem Sitz, während der Wagon zum Stehen kommt. Der Drückknopf leuchtet erst grün, wenn der Zugführer die Türen frei gegeben hat. Einen unendlichen Moment muss er dort warten. Ein zur Salzsäule erstarrter kakifarbener Anzug. Darüber geworfen ein erst auf den zweiten Blick zu großer Mantel in abgetragenem grün. Es sieht aus wie ein kleines Zelt oder ein Leichentuch. Unbeweglich. Die gesammelten Gedanken an sich gepresst in einer abgewetzten, braunen Ledertasche. Für A4. Passgenau. Angestrengt bohrt sich sein starrer Blick durch die Scheibe in das Trüb. Ein Adler von Mann? Eher ein Geier. </p>
<p>Der Zug steht. Er kann nicht anders. Sieht sich doch noch einmal verstohlen um. Seine weit aufgerissenen Augen und Ohren durchleuchten alle Anwesenden. Gestaltgewordene Sensorstation. Hektisch presst er den Daumen auf den Impulsgeber. Die Automatik schwenkt die Tore auf und den Weg frei. Er entschwindet. Ein Schatten in der Nacht. Archivar ungezählter Gedanken. Die der Anwesenden an ihn werden gleich verblichen sein. * </p>
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		<title>Digitalnomadismus</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 15:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Seit ich Neunzehnhundertirgendwasneunzig zum ersten Mal zusammen mit Dennis zur Cebit gepilgert bin, um »das Internet« zu sehen, könnte ich mich eigentlich als Digitalnomaden bezeichnen. Natürlich kannten wir diesen Begriff nicht, obwohl Vilém Flusser ihn viele Jahre zuvor bereits angedacht hatte, wahrscheinlich ohne seinerseits zu ahnen welche Ausmaße dies  &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich Neunzehnhundertirgendwasneunzig zum ersten Mal zusammen mit Dennis zur Cebit gepilgert bin, um »das Internet« zu sehen, könnte ich mich eigentlich als Digitalnomaden bezeichnen. Natürlich kannten wir diesen Begriff nicht, obwohl Vilém Flusser ihn viele Jahre zuvor bereits <a href="http://www.youtube.com/watch?v=mRjiODdrJIM&#038;feature=mfu_in_order&#038;list=UL" title="Nomadismus">angedacht</a> hatte, wahrscheinlich ohne seinerseits zu ahnen welche Ausmaße dies annehmen würde: So zogen <a href="http://www.nicolasreinbothe.de/" title="Nicolas Reinbothe">Nico</a>, die anderen und ich auch in diesem Jahr in den USA wie eine Karawane von Wlan zu Wlan — den virtuellen Wasserlöchern.</p>
<p>Wichtig ist Flusser dabei auch die Rationalisierung, also die Teilung (<a title="Ration" href="http://de.wiktionary.org/wiki/Ration">Ration</a>) — Mitteilung, Aufteilung, Verteilung — von Informationen, in kleinste Einheiten — Rohdaten, bar jeder Sub- oder Objektivität — die nun wieder sinnstiftend zusammengesetzt — komponiert, komputiert — werden müssen. Das ist für ihn der Sand der digitalen Wüste durch den die Vagabunden ziehen. Für Flusser spielte sich der digitale Nomadismus vor allen Dingen zwischen Privatem und Öffentlichem ab. Mediale Vernetzung macht es möglich eigentlich öffentliche Ereignisse in die Privatheit zu überführen — ich schaue den Film zu Hause, nicht im Kino — so dass das Öffentliche mehr und mehr obsolet wird. Interessant finde ich dabei die Aussage, dass diese Entwicklung auch zum Beispiel Politik überflüssig macht. Gleichzeitig bleibt der Nutzer nicht nur Empfänger, sondern wird zum Sender, sobald die Verbindung reversibel oder bidirektional wird. Aus einem gebündelten oder faschistischen (lat. fascis = Bündel) System (Volksempfänger) wird ein Netzwerk. Der Digitalnomade muss seine vier Wände nicht verlassen um »überall« zu sein.</p>
<p>Diese Ausführungen rühren alle noch aus einer Zeit in der komputierende Netze vor allen Dingen an Leitungen, Terminals und Röhrenmonitore gebunden waren. Warum sollte man rausgehen, wenn man die komplette Welt zu Hause hat, aber unterwegs auf einen winzigen Ausschnitt (die Realität, das Jetzt?) beschränkt ist? Flusser fehlt in seinen Ausführungen die Mobilität der immerwährenden, reversiblen Verbindung — er hatte ja keine Ahnung: Durch Flatrates, Wlan-Hotspots, Laptops und Smartphones ist der digitale Nomade zum Wanderer in zwei Welten geworden. Das Private ersetzt die Öffentlichkeit nicht länger, sondern löst sich entweder in ihr auf und endet so in der sogenannten Postprivacy oder unterwandert die Öffentlichkeit in Form von kleinsten Privatsphäreblasen, die böse gesagt aus Desinteresse, Ignoranz und Abschottung bestehen. Sie äußern sich in Nachbarn, die man nicht kennt oder kennenlernen möchte, Kopfhörern und Musik, die einen akustischen Schutzwall bilden und dem Wegsehen auf der Straße. Soweit die Distopien, soweit die Extreme. </p>
<p>Doch viel interessanter, auch aktueller und heiß diskutiert ist die Durchmischung dieser beiden Ideen. Während mein reales Ich seine Privatsphäre auf der Straße ganz offensiv vor sich her trägt, kann mein digitales Ich sich vollkommen entkleiden &mdash; oder umgekehrt. Die Diskrepanz zwischen diesen beiden Persönlichkeiten ist für viele Realisten zu groß. Um es mit Flusser zu sagen: Ein Individuum ist genau wie ein Atom per Definition eine unteilbare Einheit, dennoch ist es der Wissenschaft gelungen Atome zu spalten — sie in noch kleinere Einheiten zu teilen, bar jeder Sub- und Objektivität. Wieso sollte es einem Menschen also nicht gestattet sein seine Individualität auf verschiedene Weisen pseudonym auszuleben, die im Folgenden von der Gesamtheit der Gesellschaft sinnstiftend komputiert werden müssen?</p>
 <p><a href="http://www.ph-neutral.net/?flattrss_redirect&amp;id=2150&amp;md5=0fee1a2d5c1061f39f7215d71d2352d0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ph-neutral.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!</title>
		<link>http://www.ph-neutral.net/2011/08/keine-angst-rosmarie/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 19:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Individualartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralabteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Darf ich Ihnen meine Begleiterin vorstellen? Höhen- und Flugangst, Arachno- und Klaustrophobie &#8212; sie hat so viele Namen! Ihr Anblick jagt mir Schauer über den Rücken. Vor allen Dingen weil sie so wandlungsfähig ist. Sie ist immer da, wenn ich sie am Wenigsten erwarte. Ganz plötzlich habe ich Angst  &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Darf ich Ihnen meine Begleiterin vorstellen?</strong> Höhen- und Flugangst, Arachno- und Klaustrophobie &mdash; sie hat so viele Namen! Ihr Anblick jagt mir Schauer über den Rücken. Vor allen Dingen weil sie so wandlungsfähig ist. Sie ist immer da, wenn ich sie am Wenigsten erwarte. Ganz plötzlich habe ich Angst vor der Zukunft und Angst sie nicht zu erleben. Krieg, Not und Hunger. Ich habe Angst davor keinen Job zu bekommen, zu haben oder zu verlieren. Ich fürchte mich davor kein Geld zu haben, auf der Straße zu landen, meinen Stand und Status zu verlieren. Mit jeder Stufe, die ich erklimme, steigt auch sie und mit ihr die Furcht davor etwas falsch zu machen, zu stürzen, sich zu überschlagen und zu fallen. Deshalb plagen mich diese Alpträume in denen ich verschlafe, versage oder versauere. Eigentlich wollte ich die Welt sehen und sie ver&auml;ndern! Aber wie, bei all dem Ausland und dem ganzen Neuen? Wie, wenn einen die schlechten Neuigkeiten und der Ausl&auml;nder in den Wahnsinn treiben? Wenn er — also der Ausländer — mir den Job streitig macht, solche komischen Sitten hat, sich ständig verdächtig verhält und diese Sachen isst. </p>
<p><strong>Sowieso: Essen!</strong> F&uuml;rchterlich: es gammelt das Fleisch, es gent das Gem&uuml;se. Maul und Klauen sind verseucht. Schwein und Vogel haben die Grippe, die Rinder werden wahnsinnig, die Meere leergefischt und wenn ich Tuna auf die Pizza will sterben die Delphine! Alles kontaminiert und pestizidiert. Sogar das Schwarze an der Bratwurst ist voller Krebs. Vor allen Dingen der Krebs! Er lauert &uuml;berall: in der Brust, in der Lunge, im Hoden und sogar im Meer. Ich habe Angst davor ins Wasser zu gehen. Wer will schon von Haien gefressen oder von Riesenkraken in die Tiefe gezogen werden? Wer will sich in Schlingpflanzen verheddern, auf giftige Seeigel treten, von Wellen verschluckt oder von der Str&ouml;mung abgetrieben werden? </p>
<p><strong>Sowieso: Abtreiben!</strong> Ich hätte so gern eine Familie, aber eigentlich doch auch Karriere im Beruf. Ich hätte so gern Kinder, aber in »Eltern« steckt ja schon »versagen«. Entweder kommen meine lieben Kleinen sp&auml;ter nicht zurecht oder tanzen mir auf der Nase herum. Ich fürchte mich vor diesem Terror! Habe Angst von dem Molukken in die Luft gesprengt oder erdrosselt oder ausgeraubt oder wenigstens zusammengeschlagen zu werden. Und wenn der es nicht macht, dann bestimmt der kommunistische Neonazihooligan, der mich für den Molukken hält. </p>
<p><strong>Sowieso: Verwechseln!</strong> Ich fürchte mich davor die falsche Partnerin zu finden oder &uuml;berhaupt keine abzubekommen. Ich habe Angst davor schlecht zu riechen und verschanze mich hinter dem olfaktorischen Schutzschirm aus Shampoo, Deo, Parfum, Creme, Zahnpasta, Kaugummi und Pfefferminz. Immer mehr, damit keiner meinen beißenden, kalten Angstschweiß bemerkt. Ich kann mich inzwischen gar nicht mehr selber riechen — wäre doch auch schlimm, wenn mir die Natur kommt. </p>
<p><strong>Sowieso: Natur!</strong> Wie die kommt! Erdbeben und Tsunamis — ja, wenn das alles wäre! Typhoone, Hurrikane und Orkane. Mir ist kalt! Blitzeis, Dauerfrost, Hagelkörner groß wie Straußeneier! Mit jedem Unwetter steigt meine Besorgnis um das Klima. Es verändert sich. Nein, wir verändern es und erkennen es dann nicht wieder. Mir ist heiß! Die Polkappen schmelzen. Das Ozonloch wird größer. Wenn wir Pech haben stürzt ein riesiger Komet auf den Planeten und sorgt für eine neue Eiszeit, falls wir nicht vorher von Außerirdischen entführt und versklavt werden. So male ich mir jeden Tag eine neue Grausamkeit aus, die mich rund um die Uhr begleitet. Vampire und Agenten, Zombies und Apokalypse! Wahlweise und in Kombination. Vampiragenten und Zombieapokalypse — stellen Sie sich das mal vor! Wenn ich dann soweit bin, kommt es vor, dass ich Angst davor krieg, dass uns etwas geschieht, dass man den verliert, den man liebt, dass es das wirklich gibt. Mitten in der Nacht werd ich wach und bin Schweiß gebadet, dreh mich um und seh wie die Angst neben mir ganz friedlich atmet. Ich rüttle sie wach. Sie erschrickt, aber ich kann sie beruhigen, denn eins ist mir inzwischen klar: </p>
<p><strong>»Ich liebe doch nur Dich, Rosmarie!«</strong> </p>
 <p><a href="http://www.ph-neutral.net/?flattrss_redirect&amp;id=957&amp;md5=801130e66ae796b409f5c58156ea94f3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.ph-neutral.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kaffee bleibt undefinierbar</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 19:16:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Borchert]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>»Sie hingen auf ihren Stühlen. Über die Tische waren sie gehängt. Hingehängt von einer fürchterlichen Müdigkeit. Für diese Müdigkeit gibt es keinen Schlaf. Es war eine Weltmüdigkeit, die nichts mehr erwartet.« Vier Menschen warten in einem Wartesaal auf den Zug, drei Männer und eine Frau. »Sie hingen in einem  &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Sie hingen auf ihren Stühlen. Über die Tische waren sie gehängt. Hingehängt von einer fürchterlichen Müdigkeit. Für diese Müdigkeit gibt es keinen Schlaf. Es war eine Weltmüdigkeit, die nichts mehr erwartet.« Vier Menschen warten in einem Wartesaal auf den Zug, drei Männer und eine Frau. »Sie hingen in einem Leben, hingehängt von einem Gott ohne Gesicht. Von einem Gott, der nicht gut und nicht böse war. Der nur war. Und nicht mehr. Und das war zu viel. Und das war zu wenig.«</p>
<p>Sie trinken Kaffee, der undefinierbar ist. Doch die Frau sagt, ihr mache das nichts. »Ich will da nur meine Tabletten mit nehmen.« Und nüchtern fügt sie hinzu: »Ich muß mir das Leben nehmen.« Die drei Männer sind erstarrt. Der mit den kurzen Fingern empört sich, wie man so etwas nur sagen könne. Wenn jeder sagen würde, was er denkt, das würde doch kein Mensch mehr aushalten. Und er rechnet vor, daß ihm für seine Bäckerei am morgigen Tag viertausendachthundert Brote fehlen, was viertausendauchthundert hungernde Familien bedeutet. Der andere mit dem fröhlichen Gesicht denkt nur, die ist verrückt. Ja, am liebsten würde er sie einfach erschlagen. Er kommt aus dem Krieg zurück. Er will nichts anderes, als mit seinen Eltern morgens auf dem Balkon sitzen und Kaffee trinken. Und dann redet diese Verrückte davon, sie wolle sich umbringen. Da meldet sich der Dritte zu Wort, der die ganze Zeit im Buch gelesen hat. Ihm sind die beiden anderen zu materialistisch. Ob der Bäcker denn nicht genauso mit Waffen wie mit Broten rechnen würde. Er steht auf und ist für sich heimlich der Sieger, will lächeln, aber dann reißt er den Mund auf zu einem Schrei: während ihrer Diskussionen ist die Frau verschwunden. Ihre Tasse ist leer, und nur noch das leere Glasröhrchen ihrer Tabletten ist zurückgeblieben.</p>
<p>»Er ließ das Glasröhrchen über den Tisch fallen. Es fiel runter. Und war kaputt. (Und Gott? Er höre das kleine Geräusch nicht. Ob ein Glasröhrchen zersprang &#8211; oder ein Herz: Gott hörte von all dem nichts. Er hatte ja keine Ohren. Das war es. Er hatte ja keine Ohren.)«</p>
<p>Danke, Wolfgang.</p>
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		<title>Und wenn sie nicht verschlafen haben…</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 11:23:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Im Land der Morgensonne, fern hinter dem dritten Akzidenten, schliefen die Schimaken noch friedlich. Alle bis auf den Einen. Er schwebte über ihnen, während sie am Abgrund der Alpträume spazierten. Hielt ihre Hände, wenn das Dunkel sie mitreißen wollte. Er holte sie aus der anderen Welt zurück, bevor sie  &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Land der Morgensonne, fern hinter dem dritten Akzidenten, schliefen die Schimaken noch friedlich. Alle bis auf den Einen. Er schwebte über ihnen, während sie am Abgrund der Alpträume spazierten. Hielt ihre Hände, wenn das Dunkel sie mitreißen wollte. Er holte sie aus der anderen Welt zurück, bevor sie sich restlos in ihr verloren. Das höchste Amt eines Stammes gebührte dem Wächter des Wachens. Mit dem ersten Strahl der aufgehenden Sonnen begann er, erst leise, dann immer lauter die Geschichten der Realität zu verkünden &mdash; seinen Schwestern und Brüdern das Diesseits wieder schmackhaft zu machen. Er berichtete von der Schönheit der Natur und den vielen wunderbaren Aufgaben, die sie zu erfüllen hatten. Bis ins kleinste Detail beschrieb er die Umgebung. Bewunderte ihre Klarheit und den Singsang der Vögel. Sah Forellen springen im glitzernden Wasser und freute sich über den Duft der Blumen. Keine Wiederholung durfte ihm passieren. Keine Monotonie sich in seine Stimme schleichen. Euphorisch begrüßte er den neuen Tag und mit ihm seine Leute, die ihm diese schwere Bürde hoffnungsvoll anvertraut hatten. Wenn der Wächter nicht wachte, verschlief die gesamte Sippe &mdash; vielleicht wachte niemand von ihnen jemals wieder auf. Die Schimaken aber konnten sich auf ihren Wächter verlassen. Langsam drang die Erzählstimme sanft durch ihr Traumgewirr. Eine Geschichte frei von Sorgen weckte sie mit einem inneren Gefühl des Eifers. Dies würde ein guter Tag werden, dachten sie bei sich und dankten ihrem Wächter für seine Zaubergeschichten.</p>
<p>(Nach einer Idee von <a href="http://www.hurra-blog.de/2011/04/10/und-wenn-sie-nicht-verschlafen-haben/">Eva</a>)</p>
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		<title>Bergische Waldquelle</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 19:11:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ph-neutral.net/wp-content/uploads/2011/03/IMG_0410-w600-h600.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1941];player=img;" title="IMG_0410-w600-h600"><img src="http://www.ph-neutral.net/wp-content/uploads/2011/03/IMG_0410-w600-h600.jpg" alt="" title="IMG_0410-w600-h600" width="450" height="600" class="aligncenter size-full wp-image-1945" /></a></p>
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